Amazons Schritt: Alle KI-Bots gesperrt – ausgerechnet jetzt
Amazons Entscheidung ist radikal: Alle KI-Bots – GPTBot, ClaudeBot, Perplexity und Co. – werden komplett blockiert. Keine Produktdaten, keine Preisvergleiche, keine Empfehlungen mehr über KI-Assistenten. Ausgerechnet in der Weihnachtssaison, wenn Millionen Menschen mit ChatGPT nach Schnäppchen suchen.
Ich verstehe die Logik dahinter – zum Teil. Aber ich mache bei meinem Online-Magazin analytik.news das genaue Gegenteil. Und ich habe dafür handfeste Gründe.
Warum Amazon blockt – und warum ich das für einen Fehler halte
Die möglichen Gründe sind schnell aufgezählt: Amazon arbeitet vielleicht an einer eigenen KI-Shopping-Lösung. Oder man setzt darauf, dass Nutzer am Ende sowieso zu Amazon kommen. Oder man will schlicht die Konkurrenz auflaufen lassen. Ich weiß es nicht – und Amazon sagt es nicht.
Was ich aber weiß: Wer KI-Bots generell aussperrt, macht sich in der Zukunft unsichtbar. Die klassischen Suchmaschinen-Bots von Google und Bing lasse ich auf analytik.news zu – käme nie auf die Idee, sie zu blockieren. Denn dann wäre ich in den Suchergebnissen nicht mehr auffindbar. Bei KI-Assistenten ist es nicht anders. Wer heute nicht gecrawlt wird, taucht morgen in keiner KI-Antwort auf.
Was meine eigenen Daten zeigen
Ich habe mir die Bot-Zugriffe für November 2025 auf analytik.news ausgewertet. Das Ergebnis ist aufschlussreich: OpenAI nutzt das Angebot rege – und zwar nicht für Trainingsdaten, sondern für aktuelle Suchanfragen. Claude liegt noch deutlich unter einem Prozent. Bytespider ist kaum anzutreffen, was für ein Fachmagazin wie analytik.news auch Sinn ergibt – der Inhalt ist schlicht nicht das, was TikTok-Algorithmen brauchen.
Der entscheidende Punkt: Diese Bots kommen, lesen und sorgen dafür, dass mein Content in KI-Antworten auftaucht. Das ist Sichtbarkeit – heute noch klein, morgen womöglich relevanter als ein Google-Ranking.
Der Einwand mit dem Strom
Ich bin mir bewusst, dass KI-Bots Ressourcen kosten. Mehr Crawls bedeuten mehr Serveranfragen, mehr Strom, mehr CO₂. Das ist ein realer interner Konflikt – als jemand, der digitale Nachhaltigkeit ernst nimmt. Aber im aktuellen Stadium, wo KI-Bots noch einen Bruchteil des Google-Crawler-Traffics erzeugen, überwiegt für mich der Nutzen klar. Und wenn sich das ändert, kann ich präzise gegensteuern.
Was mich dagegen wirklich stört: das proaktive Blocken durch Hoster und Dienste wie Cloudflare per Standardeinstellung. Das nehmen viele Website-Betreiber gar nicht wahr – und verlieren dabei still und leise ihre zukünftige Sichtbarkeit. Ich habe das selbst erlebt: Hetzner hatte ClaudeBot und GPTBot auf meinen Domains gesperrt, ohne mich zu informieren. Was ich daraus gelernt habe, habe ich in diesem Artikel beschrieben.
robots.txt an. Mit wenigen Zeilen steuerst du, welche KI-Bots zugelassen oder gesperrt werden. Die wichtigsten User-Agent-Namen: GPTBot (OpenAI), ClaudeBot (Anthropic), PerplexityBot (Perplexity), Bytespider (ByteDance/TikTok). Blockieren mit Disallow: /, alles erlauben einfach gar nichts eintragen. Wenn du Cloudflare nutzt: prüf unter Security → Bots, ob dort KI-Crawler pauschal geblockt werden.Fortschritt braucht Offenheit – und Daten
Meine Haltung ist klar: Wer heute KI-Bots generell aussperrt, verliert morgen Reichweite. Die Kontrolle über einzelne Bots oder Bereiche behält man über die robots.txt jederzeit – das ist das elegante Werkzeug dafür, nicht die Pauschalsperre.
Schau heute noch in deine robots.txt und – falls du Cloudflare nutzt – in die Bot-Einstellungen: Welche KI-Bots lässt du zu? Welche nicht? Und weißt du überhaupt, was dort gerade eingestellt ist?
Dieser Artikel basiert auf meinem LinkedIn-Post vom 2. Dezember 2025.
