Cookies ablehnen spart Daten – und ist kein Boykott

Impuls 4 von 40: Wer auf „Alle akzeptieren" klickt, denkt meistens: erledigt, weiter. Was dabei im Hintergrund passiert, sieht niemand – aber es lässt sich messen.

Auf vielen kommerziellen Websites werden nach einer Zustimmung im Consent-Banner zusätzliche Tracking-Skripte nachgeladen. Google Tag Manager, Meta Pixel, Hotjar, diverse Werbenetzwerke – zusammen kommen da schnell 2 bis 5 MB JavaScript zusammen, die ohne Zustimmung gar nicht geladen worden wären. Das passiert bei jedem Seitenaufruf neu.

Was Tracking konkret kostet

JavaScript ist nach Bildern die zweitgrößte Komponente einer durchschnittlichen Website. Tracking-Skripte sind dabei besonders teuer – nicht nur wegen ihrer Dateigröße, sondern wegen der Serveranfragen, die sie auslösen. Ein einzelner Google-Tag-Manager-Container kann Dutzende weitere Skripte nachladen. Jede dieser Anfragen kostet Datentransfer, Rechenzeit im Browser und Strom.

Wer im Consent-Banner ablehnt, verhindert genau das. Die Seite lädt schneller, der Browser arbeitet weniger, der Akku hält länger.

Tipp
Browser-Erweiterungen wie uBlock Origin (Firefox, Chrome) blockieren viele Tracking-Skripte automatisch – unabhängig davon, was im Consent-Banner angeklickt wurde. Das ist die konsequentere Lösung für Vielnutzer.

Kein Schwarz-Weiß

Ich will das nicht vereinfachen: Viele journalistische Angebote finanzieren sich über Werbung. Wer Inhalte kostenlos nutzt, sollte sich dieser Realität bewusst sein. Es geht nicht darum, pauschal alles abzulehnen – sondern darum, eine bewusste Entscheidung zu treffen statt reflexartig zuzustimmen.

Browser-Add-ons, die automatisch allen Cookies zustimmen, sind übrigens keine gute Idee. Sie nehmen dir die Entscheidung ab – zugunsten der Werbenetzwerke.

Wie ich es auf meinen Seiten löse

Auf datensm.art und analytik.news setze ich auf Matomo mit datenschutzfreundlicher Konfiguration: selbst gehostet, keine Datenweitergabe an Dritte, keine IP-Speicherung, kein Third-Party-Tracking. Das Ergebnis: kein Cookie-Banner nötig, kein nachgeladenes JavaScript, keine externen Serveranfragen.

Info
Wer eine eigene Website betreibt: Matomo lässt sich so konfigurieren, dass kein Consent-Banner erforderlich ist. Das spart nicht nur Datentransfer, sondern auch die nervige Interaktion für alle Besucher. Die Konfiguration ist in Kapitel 3.9 meines Buchs „Nachhaltige Websites" beschrieben.

Weniger Tracking bedeutet weniger Datentransfer – das gilt für Nutzer und Betreiber gleichermaßen.

Dieser Tipp ist Teil meiner Serie Digitalfasten ohne Verzicht – 40 Impulse zur Fastenzeit 2026: Zum LinkedIn-Post