Impuls 22 von 40: Am 21. März findet wieder der Digital Cleanup Day statt – ein guter Anlass, die eigene digitale Datenwelt einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Nicht aus Ordnungsliebe, sondern aus einem konkreten Grund: Daten verbrauchen Strom. Bei der Übertragung, bei der Verarbeitung – und vor allem bei der dauerhaften Speicherung.
Milliarden unnötiger Dateien liegen in Mailarchiven, Clouds, Backups und auf Servern. Sie wurden einmal heruntergeladen, einmal angesehen, nie gelöscht. Jede dieser Dateien kostet Energie – solange sie existiert.
Wo der meiste digitale Müll steckt
Mailbox. Alte Newsletter, große Anhänge, vollständige Mail-Threads mit zwanzig Antworten – all das liegt in Postfächern, wird täglich gesichert und kostet dauerhaft Speicherplatz. Besonders wirkungsvoll: die Suche nach Mails mit großen Anhängen. In Gmail und Outlook lässt sich nach has:attachment larger:5mb suchen – die Ergebnisse überraschen meistens.
Cloud-Speicher. Doppelte Dateien, alte Projektversionen, längst überholte Präsentationen. Google Drive, OneDrive und Dropbox wachsen still vor sich hin. Wer seinen Cloud-Speicher nach Dateigröße sortiert, findet die größten Kandidaten in Sekunden.
Downloads-Ordner. Einer der verlässlichsten digitalen Müllhaufen. Installationsdateien, einmal geöffnete PDFs, Fotos aus Chats – hier landen Dinge, die nie wieder gebraucht werden, und bleiben jahrelang.
Fotos und Videos. Drei nahezu identische Fotos aus einer Sekunde, verschwommene Schnappschüsse, Screenshots von Inhalten, die längst nicht mehr relevant sind. Apple Fotos und Google Fotos erkennen Duplikate inzwischen automatisch und schlagen sie zur Löschung vor.
Konkrete Suchen für die Mailbox:
- Gmail:
has:attachment larger:10mb– Mails mit Anhängen über 10 MB - Outlook: Suche → Filter → Größe → Größer als 5 MB
- Beides kombinieren: alt und groß → löschen oder Anhang entfernen und Mail behalten
Digital Cleanup Day als Unternehmensthema
Der 21. März ist auch eine Gelegenheit für Unternehmen, das Thema intern sichtbar zu machen. Eine koordinierte Aufräumaktion für Mailboxen, Netzlaufwerke und Collaboration-Tools lässt sich gut kommunizieren – und die eingesparten Gigabytes sind messbar.
Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern, das pro Person im Schnitt 5 GB unnötige Daten löscht, spart 500 GB dauerhaften Speicherbedarf. Das reduziert Backup-Zyklen, Cloud-Kosten und CO₂-Emissionen – in einem einzigen Nachmittag.
Der beste Strom ist der, der gar nicht erst produziert werden muss. Das gilt für Websites, für Server – und für die Datei im Downloads-Ordner, die seit 2019 niemand mehr angeschaut hat.
Dieser Tipp ist Teil meiner Serie Digitalfasten ohne Verzicht – 40 Impulse zur Fastenzeit 2026: Zum LinkedIn-Post
