Wo CO₂-Emissionen im Internet entstehen

Unter der Motorhaube ist das Internet eine riesige globale Maschinerie von Servern, Netzen und Software. In dieser Episode geht es um den resultierenden Stromverbrauch und den CO₂-Ausstoß durch Endgeräte, Rechenzentren und bei der Datenübertragung.
Erstausstrahlung: 16.11.2023
Drei Stellen, eine Website
Wenn du eine Webseite aufrufst, fließen Daten durch drei Systeme: dein Endgerät, die Netzinfrastruktur dazwischen und das Rechenzentrum, wo die Website liegt. Jedes dieser Systeme verbraucht Strom – und dieser Strom ist weltweit noch überwiegend fossil.
Das Sustainable Web Design Modell, auf das sich die meisten CO₂-Kalkulatoren stützen, teilt die Emissionen grob so auf: Endgeräte machen etwa die Hälfte aus, der Rest verteilt sich auf Netzinfrastruktur, Rechenzentren und Hardware-Produktion.
Was du beeinflussen kannst
Das Endgerät deiner Besucher kannst du nicht steuern – aber du kannst steuern, wie viel Daten dorthin übertragen werden. Moderne Bildformate wie WebP und AVIF, sauber konfiguriertes Caching, komprimierte Textdateien: Das alles senkt das Datenvolumen – und damit die Emissionen auf allen drei Ebenen gleichzeitig.
Beim Hosting lohnt sich ein genauer Blick: Nicht jeder Hoster, der “grün” verspricht, meint dasselbe. Der Unterschied zwischen einem Rechenzentrum, das eigenen Ökostrom produziert, und einem, das fossilen Strom mit Zertifikaten kompensiert, ist erheblich. Die Green Web Foundation gibt zumindest einen ersten Überblick.
Die einfachste Maßnahme
Starte mit dem Datenvolumen deiner Startseite. Öffne die Browser-Konsole (F12 → Network-Tab), lade die Seite neu und schau, wie viele MB übertragen werden. Alles über 2 MB ist Optimierungspotenzial. Alles unter 1 MB ist bereits überdurchschnittlich gut.