Welche Treibhausgase bei der Internet-Nutzung freigesetzt werden

Der Klimawandel wird überwiegend durch die übermäßige Freisetzung schädlicher Gase in die Atmosphäre ausgelöst. Welche Treibhausgase sind bei der Internet-Nutzung in welchem Umfang daran beteiligt? Was versteht man unter CO₂-Äquivalenten (CO₂e)? Wie lassen sich die Emissionen reduzieren?
Warum wir nicht von CO₂ reden sollten
Streng genommen ist “CO₂-Emissionen des Internets” eine Vereinfachung. Richtig ist: “Treibhausgasemissionen gemessen in CO₂-Äquivalenten”. Denn das Internet produziert nicht nur CO₂.
Das Global Warming Potential (GWP) setzt alle Treibhausgase in Relation zu CO₂ (GWP = 1). Methan hat einen GWP-Wert von 28, Lachgas von 265. Dann wird es interessant: Fluorkohlenwasserstoffe, die in Klimaanlagen von Rechenzentren eingesetzt werden, kommen auf GWP-Werte von bis zu 14.800.
Was das für Rechenzentren bedeutet
Wenn ein Rechenzentrum seine Klimaanlage wartet und dabei Kältemittel entweicht, entstehen CO₂-Äquivalente in einer Größenordnung, die jeden Ökostrom-Bonus schnell zunichtemacht. Das sind die unsichtbaren Emissionen, die in keiner Webseiten-Kalkulation auftauchen – und die trotzdem real sind.
Die EU reguliert F-Gase zunehmend streng. Das ist ein wichtiger Schritt. Beim nächsten Mal, wenn ein Hoster “100% Ökostrom” verspricht, frag ruhig auch nach: Welche Kältemittel werden eingesetzt? Wie oft werden die Anlagen gewartet?
Die praktische Konsequenz
Du kannst das als Website-Betreiber kaum direkt beeinflussen. Was du kannst: Hostingentscheidungen bewusst treffen, Rechenzentren bevorzugen, die Transparenz über ihre Betriebsmittel bieten. Und: Datenvolumen reduzieren, weil weniger Daten weniger Server-Auslastung bedeuten.