Das ist doch alles irrelevant!

Mit dem Thema nachhaltige Webseiten stößt man selbst in Fachkreisen oft auf Verwunderung oder sogar Ablehnung. In dieser Episode diskutiere ich fünf typische Einwände und was ich darauf antworte. Dazu gibt es ein nerdiges Zwischenfazit nach 13 Episoden und einen Ausblick auf die zukünftigen Folgen.
Einwand 1: “Das habe ich noch nie gehört”
Das stimmt. Digitale Nachhaltigkeit ist kein Mainstream-Thema – noch nicht. In den meisten SEO-Konferenzen, Marketing-Meetings und Agentur-Briefings taucht es nicht auf. Das liegt nicht daran, dass es unwichtig wäre. Es liegt daran, dass digitaler Müll unsichtbar ist.
Physischen Müll sieht man. Daten, die sinnlos in Rechenzentren liegen oder bei jeder Seitenladung übertragen werden, sieht niemand. Das ändert nichts an den CO₂-Emissionen.
Einwand 2: “Das ist doch wirkungslos”
Das ist das Klimaleugner-Argument in digitalem Gewand. Niemand allein rettet das Klima. Aber wenn niemand etwas tut, weil niemand allein etwas ausrichten kann, rettet es erst recht niemand.
Wenn Google sein Logo optimieren würde (es ist übrigens nicht optimiert), würden bei sechs Milliarden Aufrufen pro Jahr mehrere Tonnen CO₂ eingespart – durch eine Änderung, die kein Besucher je bemerken würde.
Einwand 3: “Das interessiert unsere Kunden nicht”
Noch nicht. Aber die CSRD-Berichtspflicht, die Lieferkettensorgfaltspflicht und der EU Accessibility Act werden in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass Kunden fragen – wer dann keine Antwort hat, steht schlecht da.
Besser proaktiv sein als reaktiv. Das war bei der DSGVO genauso.
Einwände 4 und 5
“Das ist nicht messbar” – stimmt teilweise. Aber was messbar ist (Datenvolumen, Ladezeit), kann man messen. Und was man messen kann, kann man verbessern.
“Die Hardware wird immer effizienter” – der Rebound-Effekt ist real. Effizientere Chips ermöglichen mehr Dienste, nicht weniger Stromverbrauch. Das Internet ist seit Jahrzehnten effizienter und verbraucht trotzdem immer mehr Strom.