Nachhaltiger podcasten

Ich produziere diesen Podcast und frage mich dabei dieselben Fragen, die ich bei jeder Website stelle: Wie viel Daten produziere ich? Wie viel davon ist nötig? Was kann ich anders machen?

Wer selbst einen Podcast anbietet, sollte sich um eine nachhaltige Produktion und Verteilung Gedanken machen. Dazu kommt das Thema Hosting. Aber auch beim Zuhören kann man Strom, Ressourcen und Datenvolumen einsparen. Wie ich das alles bei diesem Podcast umsetze und was Du selbst tun kannst, darüber spreche ich in dieser Folge.

Der Podcast als Website-Analogie

Alles, was ich bei Webseiten tue, gilt auch für Podcasts: Datenvolumen minimieren, grünes Hosting wählen, überflüssige Ressourcen vermeiden. Mit einem Unterschied: Audiodateien sind per Definition groß. Eine Minute Podcast entspricht etwa 1 MB Datenvolumen.

Ich habe das nachgerechnet: Unser Webserver mit allen Domains generiert 24 GB Traffic pro Monat – nach konsequenter Optimierung. Allein der Podcast bei Podigee kommt auf 8 GB. Ein Drittel davon, obwohl er eine einzelne Ressource ist.

Info
Wave-Format für Podcast-Aufnahmen wird oft empfohlen, weil es “verlustfrei” ist. Das macht so viel Sinn wie Bilder im TIFF-Format ins Internet zu stellen. MP3 hat 90% weniger Datenvolumen bei nicht wahrnehmbarer Qualitätsdifferenz – für den fertigen Podcast absolut ausreichend.

Nachhaltigeres Hören

Als Hörer kannst du aktiv beitragen: Lade Podcast-Folgen über WLAN oder Festnetz herunter, nicht über Mobilfunk. Mobile Datenübertragung erzeugt das 2,5- bis 6-fache an CO₂ im Vergleich zu Glasfaser.

Und: Abonniere nur Podcasts, die du auch hörst. Automatische Downloads für Podcasts, die du nie hörst, sind überflüssiges Datenvolumen – für deinen Speicher und für das Netz.

Meine Produktionskette

Aufnahme mit Yeti X Mikrofon (USB, kein Phantom-Power-Interface nötig), Software Audacity (Open Source, kostenlos), Strom teilweise über Balkon-Solaranlage und Greenpeace Energy. Hosting bei Podigee (deutsch, DSGVO-konform, eigene Angaben zu Green Hosting).

Das ist nicht perfekt, aber es ist dokumentiert – und damit verbesserbar.