analytik.news - Eine besonders nachhaltige Website

Unser Online-Labormagazin Analytik NEWS war die perfekte Spielwiese für alle Nachhaltigkeitsoptimierungen in den letzten Jahren. Alle Erkenntnisse sind in mein Buch “Nachhaltige Websites” eingeflossen. Die Seite erreicht heute ein A+ Rating bei websitecarbon.com und generiert nur 0,02 Gramm CO₂-Emissionen pro Page Impression. In dieser Episode gebe ich einen Überblick über die bisherigen Maßnahmen und einen Ausblick auf weitere Optimierungsmöglichkeiten.
Shownotes:
25 Jahre analytik.news – mein persönliches Nachhaltigkeitslabor
1998 im Saarland, ein Nachbar als Provider, kein CMS, kein Smartphone, kein HTTPS. So hat alles angefangen. Heute ist analytik.news ein Fachportal mit über 30.000 wöchentlichen Leserinnen und Lesern – und gleichzeitig das Projekt, an dem ich jede einzelne Optimierung aus meinem Buch „Nachhaltige Websites" zuerst ausprobiert habe, bevor ich sie anderen empfohlen habe.
Selbst entwickelt – Fluch und Segen zugleich
Ich habe damals bewusst auf Typo3 und andere CMS verzichtet und unsere Website komplett selbst entwickelt. Das bedeutet: volle Kontrolle über HTML, CSS, JavaScript, PHP, die Datenbankstruktur und den Server. Was wie ein Umweg klingt, ist in Wirklichkeit der direkteste Weg zu einer wirklich schlanken Website – denn ich kann alles anfassen, was Energie kostet.
Die Kehrseite: Ich habe auch jeden Fehler selbst gemacht. Frames, Tabellenlayouts, doppelt kodierte URLs, Satellitendomains für künstlichen Link-Juice – ich war dabei. Aber genau das hat mich gelehrt, was wirklich funktioniert.
Was wir konkret optimiert haben
Über die Jahre habe ich methodisch jeden Bereich der Seite durchleuchtet:
HTML wurde von Kommentaren, Leerzeilen und HTML4-Resten befreit. Valides, semantisches Markup ist heute Pflicht – nicht nur für Suchmaschinen, sondern auch für Screenreader. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz macht das spätestens 2025 für viele Websites verbindlich.
CSS habe ich nach den Prinzipien von Jens Oliver Meiert komprimiert: keine Doppeldeklarationen, konsequente Kurzschreibweisen. Das spart Kilobytes und reduziert die Renderarbeit des Prozessors. Statt Icon-Fonts nutzen wir SVG-Sprites mit nur den Zeichen, die wir tatsächlich brauchen.
Schriften waren für uns nie ein Thema – wir haben von Anfang an ausschließlich Systemschriften verwendet. Keine externen Requests, kein Ladeverzug, keine DSGVO-Grauzone.
Bilder liefern wir in WebP und AVIF aus, wo es sinnvoll ist. Was viele übersehen: Ein PNG8-Logo lässt sich durch WebP kaum weiter verkleinern. Den echten Gewinn holt man bei JPEG-Fotos.
JavaScript ist auf analytik.news auf ein Minimum reduziert: iFraming verhindern, Social-Media-Links übergeben, moderate Formularunterstützung. Keine externen Tracking-Skripte, kein Google Analytics. Matomo läuft lokal auf unserem Server – so konfiguriert, dass kein Cookie-Banner nötig ist.
Statische Seiten generieren wir für das Nachrichtenarchiv mit über 10.000 Beiträgen. Jede neue Nachricht erzeugt automatisch eine statische HTML-Datei. Das ist schneller, stabiler und verbraucht weniger Strom als dynamisch aus der Datenbank generierte Seiten.
Was noch offen ist
Ehrlichkeit gehört dazu: Auf analytik.news gibt es noch offene Baustellen.
Die Umstellung von Matomo auf reine Log-File-Auswertung steht auf meiner Liste – das würde das letzte JavaScript-Snippet auf der Startseite überflüssig machen. Beim CSS könnte ich das Seitentemplate weiter vereinfachen: weniger Rahmen, weniger Renderaufwand. Druck-CSS ist noch nicht ausgelagert. Und bei den Bildern liegen noch zu viele alte JPEGs und GIFs, die nach und nach ersetzt werden wollen.
Was du heute tun kannst
Du brauchst keine 25 Jahre und keinen eigenen Server, um anzufangen. Schau dir den Quellcode deiner Website an – am besten mit den Entwicklertools im Browser. Was lädt, obwohl es niemand nutzt? Welche Bilder sind noch JPEG, obwohl WebP längst überall unterstützt wird? Welche Skripte kommen von externen Servern?
Jede dieser Fragen ist ein konkreter Ansatzpunkt. Bei analytik.news kannst du übrigens direkt nachschauen – der Quellcode ist öffentlich und lädt im Schnitt mit etwa 100 KB. Das ist die Messlatte.