Nachhaltige Online-Kommunikation

E-Mail ist das älteste Kommunikationsmittel im Netz – und noch immer eines der nachhaltigsten, wenn man es richtig einsetzt. Was bei E-Mails, Newslettern und Social Media konkret optimiert werden kann und warum Social Media per se nicht nachhaltig sein kann.

E-Mail gibt es seit 1972 – und ist trotzdem noch immer das Medium der Wahl für direkte digitale Kommunikation. Wer es richtig einsetzt, hat ein nachhaltiges, zuverlässiges Werkzeug. Wer es falsch einsetzt, produziert CO₂ für Anhänge, die niemand öffnet.

Shownotes:

E-Mail: das älteste Medium, richtig eingesetzt

E-Mail ist seit 1972 im Einsatz – und hat gegenüber allen neueren Kommunikationsdiensten einen entscheidenden Vorteil: Sie funktioniert zwischen allen Anbietern, lässt sich verschlüsseln und signieren, und die Kommunikation bleibt zwischen Absender und Empfänger. Kein Algorithmus entscheidet, ob eine Nachricht zugestellt wird.

Im Kontext von Websites kommt E-Mail überall dort zum Einsatz, wo direkte Rückmeldung gebraucht wird: Kontaktformulare, Auftragsbestätigungen, Passwortzurücksetzungen, Rechnungen. All das ist sinnvoll – und überall lässt sich optimieren.

Bilder in Mails gehören vor dem Einbinden genauso optimiert wie auf Websites: richtige Skalierung, minimale Dateigröße, kein überladener Footer mit fünf Social-Media-Icons und einem Werbebanner. Und ein wichtiger Unterschied zur Website: WebP und AVIF werden in E-Mail-Clients nicht zuverlässig unterstützt. Hier bleiben JPEG, PNG und GIF die sicheren Formate.

Anhänge sollte man vermeiden, wo immer es geht. Ein Link auf ein zentral abgelegtes Dokument ist fast immer die bessere Wahl – besonders bei CC-Kaskaden, wo jeder Empfänger seinen eigenen Dateidownload mitschleppt, auch wenn er die Anlage nie öffnet.

Tipp
Benachrichtigungen von Plattformen wie LinkedIn oder Instagram lassen sich in den jeweiligen Einstellungen stark reduzieren. Wer sich täglich einloggt, braucht keine Mail, wenn jemand auf einen Beitrag reagiert hat.

Die dunkle Seite von E-Mail: Schätzungen zufolge sind bis zu 80 Prozent aller verschickten E-Mails Spam. Das ist nicht lösbar durch individuelles Handeln – aber Spam-Filter so zu konfigurieren, dass unerwünschte Mails bereits beim Provider geblockt werden, ist ein messbarer Schritt.

Newsletter: Optimierung mit Hebelwirkung

Was bei einer einzelnen E-Mail kaum ins Gewicht fällt, summiert sich bei Newslettern drastisch. Jedes nicht optimierte Bild, jeder unnötige Anhang, jede externe Ressource wird an jeden Empfänger auf dem Verteiler übertragen – auch an die, die die Mail nie öffnen.

Bei größeren Verteilern lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf das Hosting des Newsletter-Anbieters. Wird der Versand über grün betriebene Server abgewickelt? Viele bekannte Dienste lassen sich hier auf der Green Web Foundation prüfen.

Und auch hier gilt: Anhänge haben im Newsletter nichts verloren. Ein Link auf das Dokument spart Datenvolumen bei allen Empfängern – und lässt sich zentral aktualisieren, wenn sich etwas ändert.

Social Media: per se nicht nachhaltig

Das ist die unbequeme Wahrheit, die ich an dieser Stelle aussprechen muss: Social Media kann nicht nachhaltig betrieben werden, wenn man Inhalte für maximales Engagement optimiert. Denn genau das verlangt der Algorithmus.

Wer auf LinkedIn postet, erreicht ohne aufwendige Medienproduktion – Bilder, Videos, Slider – im besten Fall fünf bis zehn Prozent der eigenen Follower. Wer das Spiel mitspielen will, produziert mehr, potenziell größere Inhalte – um mehr Reichweite zu kaufen, die er sonst nicht bekommt.

Info
Eine interessante Alternative zum algorithmisch gesteuerten Social Media ist das Fediverse – ein dezentrales Netzwerk, zu dem auch Mastodon gehört. Wer dort einem Account folgt, sieht alles, was dieser postet – kein Algorithmus dazwischen, kein Engagement-Ranking. Aktuell rund sieben Millionen Nutzer, Tendenz steigend.

Meine persönliche Konsequenz: Auf LinkedIn poste ich nur noch Podcast-Titel und -Beschreibungen – keine aufwendig produzierten Beiträge mehr. Einen Mastodon-Account hatte ich angelegt und als Alternative getestet. Das brachte für mich aber nichts, daher habe ich ihn wieder gelöscht. Teste es einfach selbst und entscheide, ob das Fediverse eine Alternative für dich ist.

Was wirklich zählt

E-Mail bleibt das verlässlichste, direkteste und – richtig eingesetzt – nachhaltigste digitale Kommunikationsmittel. Newsletter haben bei großen Verteilern erhebliches Optimierungspotenzial. Und Social Media sollte man bewusst einsetzen – mit klaren Erwartungen, was der Algorithmus dafür verlangt.

Wer unsicher ist, wo seine Online-Kommunikation am meisten verbraucht, kann mich gern ansprechen. Ein kurzer Website- und Kommunikations-Check zeigt meistens schnell, wo die größten Hebel liegen.