Mehr als 25 Jahre im Internet, ein Chemie-Doktor, der früher erklären musste was das Internet überhaupt ist – und heute erklärt, warum es dringend nachhaltiger werden muss. In dieser ersten Folge erzähle ich dir, was mich antreibt und was du aus diesem Podcast mitnehmen kannst.
Du testest deine Website mit einem CO₂-Kalkulator und bekommst eine Zahl. Diese Zahl kann um den Faktor 10 oder mehr falsch sein – und du weißt es nicht. Warum das Datenvolumen einer Website kein fester Wert ist, sondern von vielen Faktoren abhängt.
0,3 Gramm CO₂ pro Seitenaufruf – diese Zahl begegnet dir überall. Woher kommt sie? Wie verlässlich ist sie? Und warum ist eine Abschätzung nie eine exakte Messung?
CO₂ ist nicht das einzige Treibhausgas, das das Internet produziert. Manche Kühlmittel in Rechenzentren haben ein Treibhausgaspotenzial von über 20.000 – verglichen mit 1 bei CO₂. Eine Chemie-Stunde, die mehr erklärt als jede ESG-Kennzahl.
Drei Tools, mit denen du in wenigen Minuten weißt, wo deine Website steht: Website Carbon Calculator, Digital Beacon und Ecograder. Was jedes kann – und wo die Grenzen liegen.
80 Prozent des gesamten Internetverkehrs sind Videos – und wer eine Stunde in Full HD streamt, verbraucht so viel Energie, wie er auf einem Ergometer in drei Stunden erzeugen könnte. Digitalexperte Jörg Schieb hat all das in seinem Buch „Energiefresser Internet" zusammengetragen: von den Anfängen im Militärnetz bis zu Bitcoin, KI und dem Rebound-Effekt. Warum das Thema trotzdem kaum jemanden interessiert – und was das mit unserer Pauschalflat zu tun hat.
Jede programmatische Werbeauktion erzeugt Verlierer – Dutzende Biddings, die Energie verbrauchen, aber keine einzige Impression liefern. Agnes Ley von der MediaPlus-Gruppe kennt diesen digitalen Müll aus dem Innern der Branche. Im Gespräch erklärt sie, warum Nachhaltigkeit als zusätzliches KPI in der Mediaplanung funktioniert – und warum das Mediabudget wie eine Gießkanne wirkt: Wo du gießt, da wächst etwas.
Stell dir vor, die Hälfte aller Anfragen auf deiner Website kämen gar nicht von Menschen. Welche Folgen das für die CO₂-Bilanz hat, warum die gängigen Berechnungstools hier komplett blind sind und mit welchen Mitteln Du gute von bösen Crawlern trennst, erkläre ich in dieser Folge.
Was hat eine Brustkrebs-Diagnose mit Softwarearchitektur zu tun? Anita Schüttler, Head of Sustainability bei neuland – Büro für Informatik, erzählt mir, wie eine Erkrankung ihren beruflichen Weg komplett verändert hat. Wir sprechen über Scope-3-Emissionen, die Grenzen der reinen CO₂-Fixierung und warum ein Tech-Historiker der Softwareindustrie vorwirft, jeden Hardware-Fortschritt sofort wieder aufzufressen.
Wäre das Internet ein Land, läge es beim CO₂-Ausstoß auf Platz sechs weltweit. Mein Gast Dr. Ralph Hintemann vom Borderstep-Institut hält Platz drei durch KI für bald erreichbar. Wir sprechen darüber, warum belastbare Zahlen zum Stromverbrauch des Netzes so schwer zu bekommen sind und warum jede Prognose gerade nach oben korrigiert werden muss.
Wäre das Internet ein Land, läge es bei den CO₂-Emissionen auf Platz sechs weltweit, zwei Plätze vor Deutschland. In dieser besonderen Folge teile ich als Audioversion meine Keynote über das Strom- und Ressourcenproblem des Netzes: woher es kommt, warum kaum jemand darüber spricht und was Du selbst tun kannst.
Ein Euro Projektkosten für einen Euro jährliche Einsparung: Philipp Kersting rechnet vor, warum sich Green IT nach spätestens einem Jahr selbst trägt. Trotzdem passiert in den meisten Unternehmen wenig. Woran das liegt und welche zwei Hebel sofort wirken.
82 Folgen, fast anderthalb Tage gesamter Sendezeit, null Werbeaufträge. Das ist die ehrliche Bilanz dieses Podcasts – und ich stehe dazu. In der letzten Folge teile ich meine schmerzhaftesten Learnings, erkläre warum Also sprach Zarathustra die perfekte Titelmusik war und was ich mit dem Thema digitale Nachhaltigkeit als nächstes vorhabe.