Nachhaltigkeitswirkungen erfassen und offenlegen
Eine Website hat keinen Schornstein. Genau deshalb fällt es so leicht, ihre Wirkungen zu übersehen, und so schwer, sie ehrlich zu benennen.
Siebzehn Guidelines umfasst diese Kategorie, und sie beginnt mit einem Satz, der viele überrascht: Wer Inhalte oder Systeme für Menschen gestaltet, arbeitet an der Nutzererfahrung, ob er es so nennt oder nicht. Das ist keine Aufgabe für eine bestimmte Abteilung.
Der stärkste Nachhaltigkeitsgedanke steckt dabei nicht dort, wo man ihn vermutet. Er liegt in der Lebensdauer. Ein Produkt, das schwer zu bedienen ist, erzeugt mehr Rückfragen, mehr Abbrüche, mehr Anläufe, und es wird früher ersetzt als nötig. Jeder dieser Neuanfänge kostet Entwicklungszeit, Infrastruktur und Material. Schlechte Bedienbarkeit ist damit keine Geschmacksfrage, sondern ein Beschleuniger für Verschwendung.
Mein eigener Blick auf diese Kategorie ist noch ein Stück radikaler. Die Datenmenge einer Website wird nicht im Code entschieden, sondern im Entwurf. Wenn im Layout ein bildschirmfüllendes Video steht, drei Schriftschnitte gesetzt sind und eine Animation den Einstieg begleitet, kann die Entwicklung das nur noch effizient umsetzen, nicht mehr verhindern. Das größte Einsparpotenzial liegt deshalb vor der ersten Zeile Code, in der Entscheidung, welche Elemente überhaupt auf die Seite kommen.
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