Impuls 20 von 40 – Halbzeit beim Datenfasten: Seit dem ersten iPhone im Jahr 2007 haben Menschen weltweit Abermilliarden Fotos aufgenommen. Die meisten davon existieren noch – auf Smartphones, in der Cloud, auf externen Festplatten. Viele davon in Formaten, die vor Jahrzehnten entwickelt wurden und längst effizientere Nachfolger haben.
JPEG aus den 1990ern. PNG aus 1996. GIF sogar aus 1987. Diese Formate funktionieren – aber sie sind alles andere als sparsam. Und TIFF oder BMP, die gelegentlich noch in Workflows auftauchen, sind schlicht keine Web- oder Archivformate.
Was moderne Formate besser machen
WebP wurde 2010 von Google entwickelt und wird heute von allen modernen Browsern unterstützt. Ein WebP-Bild ist bei gleicher visueller Qualität typischerweise 25 bis 35 % kleiner als ein vergleichbares JPEG – sowohl für Fotos als auch für Grafiken mit Transparenz, wo es PNG ablöst.
AVIF ist noch effizienter. Basierend auf dem AV1-Videocodec liefert es bei gleicher Qualität oft 40 bis 50 % weniger Dateigröße als JPEG. Die Browser-Unterstützung ist inzwischen ausgezeichnet – Chrome, Firefox, Safari und Edge unterstützen es alle zuverlässig. Auf datensm.art setze ich AVIF bereits ein, wo es sinnvoll ist.
JPEG-XL ist der vielversprechendste kommende Standard: verlustfreie Recompression bestehender JPEG-Dateien ohne Qualitätsverlust, bessere Kompression als AVIF bei bestimmten Motiven, und breite Farbtiefe. Safari unterstützt es bereits, Chrome zieht nach. In der Praxis ist es noch nicht durchgesetzt – aber es lohnt sich, es im Blick zu behalten.
Bilder konvertieren – kostenlose Tools:
- Squoosh (Google) – im Browser, kein Upload nötig, direkter Vorher-Nachher-Vergleich mit Dateigrößenangabe
- AVIF.io – Batch-Konvertierung zu AVIF, lokal im Browser
- macOS Vorschau – Exportieren als WebP direkt aus dem Kontextmenü
- Hugo (für Websites) – konvertiert Bilder automatisch zu WebP beim Build-Prozess
Für die eigene Website: <picture>-Element mit AVIF als erstem Source-Format, WebP als Fallback, JPEG/PNG als letzter Rückfallebene – so profitieren moderne Browser, ohne dass ältere leer ausgehen.
Was mit dem bestehenden Bildbestand tun?
Nicht jedes Foto muss konvertiert werden. Aber der Bestand lohnt einen kritischen Blick:
Fotos aus den frühen Smartphone-Jahren liegen oft in JPEG-Qualität 95–100 vor – weit mehr als nötig für die private Archivierung. Eine Neucomprimierung mit Qualität 75–80 % spart 60–70 % Speicher bei kaum sichtbarem Unterschied.
Doppelte und ähnliche Fotos sind ein häufig unterschätzter Faktor. Wer drei nahezu identische Schnappschüsse aus einer Sekunde aufbewahrt, speichert dreimal dieselbe Information. Tools wie Google Fotos, Apple Fotos oder spezialisierte Apps wie Gemini Photos helfen, Duplikate zu finden und zu bereinigen.
Halbzeit beim Datenfasten – und Bildformate sind einer der Hebel mit dem größten Potenzial. Sowohl für Websites, wo jedes Kilobyte die Ladezeit und den CO₂-Fußabdruck beeinflusst, als auch für den persönlichen Bildbestand, der in vielen Cloud-Abos bereits Terabytes belegt.
Dieser Tipp ist Teil meiner Serie Digitalfasten ohne Verzicht – 40 Impulse zur Fastenzeit 2026: Zum LinkedIn-Post
