Impuls 13 von 40: Eine Stunde Videokonferenz in HD erzeugt pro Person zwischen 1,5 und 2,5 GB Datenvolumen. Dieselbe Stunde als reines Audio: 50 bis 150 MB. Der Inhalt ist identisch. Der Unterschied liegt ausschließlich im Bild.
Videokonferenzen sind in vielen Fällen nachhaltiger als Präsenztreffen über große Distanzen – keine Frage. Aber die schiere Menge macht den Unterschied. Wenn ein Unternehmen täglich hundert einstündige Video-Calls mit je zehn Teilnehmern führt, reden wir über Terabytes täglichen Datentransfers – allein für Gesichter in Kacheln.
Wann Kamera wirklich nötig ist
Es gibt Situationen, in denen Video sinnvoll ist: persönliche Gespräche, Präsentationen, erste Kennenlernen. Und es gibt Situationen, in denen es das nicht ist: Statusmeetings mit 30 Teilnehmern, Webinare mit einer sprechenden Person und 200 zuschauenden Kameras, Abstimmungscalls über zehn Minuten.
Die Faustregel ist einfach: Kamera an bei aktiver Beteiligung, Kamera aus beim Zuhören. Das lässt sich als Teamregel vereinbaren, ohne dass irgendjemand auf etwas verzichtet.
Konkret einstellbar in den gängigen Tools:
- Teams: Videoeinstellungen → Auflösung auf 360p oder 480p begrenzen spart 60–70 % Volumen bei kaum sichtbarem Qualitätsverlust
- Zoom: Video → Videoeinstellungen → HD deaktivieren
- Google Meet: Einstellungen → Video → Sendeauflösung auf Standard (360p) setzen
- Alle Plattformen: Hintergrundunschärfe und virtuelle Hintergründe erhöhen die Rechenlast lokal und den Datenstrom – sparsam einsetzen
KI-Protokollierung: nur weil es geht, muss es nicht Standard sein
Ein Punkt, der in der Diskussion zu wenig beachtet wird: automatische Aufzeichnungen und KI-Transkriptionen. Sie laufen über zusätzliche Serverressourcen, erzeugen Speicherbedarf und – je nach Tool – Datenweitergabe an Dritte. Copilot, Otter.ai, Fireflies – nützliche Tools, wenn gezielt eingesetzt. Als Standardeinstellung für jedes Meeting sind sie Ressourcenverschwendung.
Die Entscheidung, ein Meeting aufzuzeichnen oder zu transkribieren, sollte bewusst getroffen werden – und alle Teilnehmenden sollten davon wissen. Das ist nicht nur eine Nachhaltigkeitsfrage, sondern auch eine des Datenschutzes.
Eine Teamregel, die sich selbst trägt
„Kamera an bei aktiver Beteiligung, sonst aus" ist eine Regel, die niemand überwachen muss. Wer spricht, schaltet die Kamera ein. Wer zuhört, lässt sie aus. Der Inhalt des Meetings ändert sich nicht. Der Datenverbrauch sinkt um bis zu 80 %.
Dieser Tipp ist Teil meiner Serie Digitalfasten ohne Verzicht – 40 Impulse zur Fastenzeit 2026: Zum LinkedIn-Post
