Wenn Abschalten ein Skript braucht
Seit macOS 27 lädt Apple die Modelle für Apple Intelligence automatisch herunter, sobald der Mac online ist. Einen eingebauten Schalter, um das zu verhindern, gibt es nicht. Ein unabhängiger Entwickler hat deshalb RemoveMacAI veröffentlicht, ein Open-Source-Werkzeug für die Kommandozeile. Es schaltet Apple Intelligence ab und löscht rund 12 Gigabyte an Modellen.
Für Windows gibt es so etwas schon länger. Das PowerShell-Skript RemoveWindowsAI entfernt Copilot, Recall und eine lange Liste weiterer KI-Funktionen. Auf GitHub hat es rund 13.000 Sterne gesammelt.
Für mich ist das kein Erfolg der Open-Source-Gemeinde, sondern ein Symptom. Wenn Menschen Skripte aus dem Netz brauchen, um Funktionen loszuwerden, die sie nie bestellt haben, dann ist das ein Designfehler. Gutes Software-Design fragt vorher, ob etwas gebraucht wird. Hier muss man nachher kämpfen, um es wieder loszuwerden.
Zwei Tools, zwei sehr unterschiedliche Eingriffe
Die beiden Werkzeuge gehen ganz verschieden vor. RemoveMacAI nutzt Apples eigene Mechanismen. Es installiert ein Konfigurationsprofil, das Du in den Systemeinstellungen selbst bestätigen musst. Der Systemschutz SIP bleibt aktiv, Systemdateien werden nicht direkt verändert. Ein Probelauf zeigt vorher, was passiert, und ein einziger Befehl macht alles rückgängig.
RemoveWindowsAI greift deutlich tiefer ein. Es ändert Registry-Einträge, entfernt auch Pakete, die Windows als nicht entfernbar markiert, und installiert ein eigenes Update-Paket, damit die KI nicht zurückkommt. Vollständig rückgängig machen lässt sich das nur, wenn Du vorher den Backup-Modus eingeschaltet hast. Der Entwickler empfiehlt selbst, das Skript zuerst in einer virtuellen Maschine zu testen.
Wo es sich lohnen kann: ältere Rechner
Besonders interessant finde ich solche Werkzeuge für Rechner mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher oder weniger. Apple Intelligence läuft auch auf Macs mit 8 Gigabyte. Gerade diese Geräte haben oft eine kleine SSD. Wird der Speicherplatz knapp, bleibt weniger Raum für die Auslagerungsdatei, und das bremst. 12 Gigabyte zurückzugewinnen, kann dort spürbar entlasten.
Bei Windows liegt der Fall anders. Die aufwendigen lokalen KI-Funktionen sind ohnehin Copilot+ PCs vorbehalten, und die brauchen mindestens 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Auf älteren Rechnern läuft aber trotzdem die Copilot-App. Windows Latest hat gemessen, dass die neue Version im Hintergrund bis zu 500 Megabyte belegt, bei Nutzung bis zu einem Gigabyte. Wie genau getestet wurde, verrät die Redaktion nicht. Auf einem Rechner mit 8 Gigabyte wäre das aber ein spürbarer Anteil.
Wie stark ein Rechner dadurch schneller wird, hängt vom Gerät und der Nutzung ab. Belastbare Messungen dazu habe ich nicht gefunden. Klar ist: Jedes Programm, das nicht im Hintergrund läuft, belastet weder Speicher noch Akku. Und ein Rechner, der flüssig bleibt, muss nicht so schnell ersetzt werden.
Opt-in statt Opt-out
Der offizielle Weg zeigt, wo das Problem liegt. Microsoft bietet seit dem April-Update 2026 eine Gruppenrichtlinie, um die Copilot-App zu entfernen. Sie greift aber nur unter drei Bedingungen, offiziell nur in Enterprise- und Education-Versionen, und Copilot in Edge und Office bleibt erhalten.
Die nachhaltigste Funktion ist die, die nicht ungefragt installiert wird. Wer KI nutzen möchte, sollte sie mit einem Klick bekommen. Wer sie nicht will, sollte keinen Kommandozeilen-Kurs dafür brauchen.
