Social Media Nutzung optimieren (Impuls 08/24)

Facebook, Instagram, TikTok, LinkedIn & Co sind wegen ihrer Geschäftsmodelle prinzipiell nicht nachhaltig. Denn wir sollen möglichst lange in ihnen verweilen und für bessere Reichweite aufwändige Video-Postings erstellen, die Millionen Tonnen CO₂-Emissionen verursachen. Aber es gibt ein paar einfache Stellschrauben, um auch hier umweltfreundlicher zu agieren. Lass Dich vom CO₂-Doc inspirieren.
Das Geschäftsmodell ist das Problem
Social Media kann per se nicht nachhaltig sein. Das liegt nicht an einzelnen Funktionen, sondern am Geschäftsmodell: Die Plattformen verdienen daran, Dich möglichst lange zu halten. Bei manchen sind es schon mehrere Stunden am Tag. Gleichzeitig werden die gewünschten Formate immer aufwendiger. Erst reichte Text, dann ein Bild, dann ein Karussell, heute soll es ein Video sein. Jede Stufe treibt das Datenvolumen nach oben.
Ganz aussteigen wollen und können die wenigsten. Aber Du kannst bestimmen, wie Du die Plattformen nutzt.
Benachrichtigungen aus, feste Zeiten an
Neue Kontaktanfrage, neuer Kommentar, ein Geburtstag: Jede Benachrichtigung zieht Dich zurück auf die Plattform. Schalte sie ab und lege Dir stattdessen feste Zeiten fest, etwa einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag.
Die Sorge, dass Dir dadurch Aufträge entgehen, kann ich aus meiner eigenen Erfahrung nicht bestätigen. Wer nicht innerhalb von Minuten antwortet, verliert keine Kunden.
Autoplay abschalten
Der zweite Tipp bringt beim Datenvolumen fast noch mehr. Auf vielen Plattformen starten Videos automatisch, sobald Du an ihnen vorbeiscrollst, manche sogar in Endlosschleife. Bei LinkedIn habe ich das automatische Abspielen schon lange abgeschaltet. Wenn mich ein Video wirklich interessiert, klicke ich es an.
Erst denken, dann posten
Der dritte Impuls betrifft das, was Du selbst veröffentlichst. Im beruflichen Umfeld haben Selbstdarstellung und Privates für mich wenig verloren, auch wenn es auf LinkedIn viele anders halten. Privat ist das Essensfoto oder das Video von der Sehenswürdigkeit Deine Sache. Aber eine kurze Frage vor jedem Post oder jeder geteilten Nachricht lohnt sich: Muss das jetzt wirklich raus? Wer kurz innehält, teilt nebenbei auch seltener Falschmeldungen.
Und Du musst nicht jeder Verlockung der Plattform nachgeben. Ein reiner Textpost bringt kaum Reichweite, das stimmt. Ein gutes Bild als Blickfang reicht aber oft. Ein Video muss es nicht sein, zumindest nicht in Business-Netzwerken.
Die Plattform entscheidet, was sie Dir zeigt. Du entscheidest, wie lange Du hinschaust.