Standby kostet: 100 Arbeitsplätze, eine Tonne CO₂ – für nichts

Impuls 15 von 40: Ein Arbeitsplatz im Standby verbraucht wenig. Fünf Watt für PC, Monitor, Drucker, Dockingstation zusammen – das klingt harmlos. Über Nacht, über das Wochenende, über das ganze Jahr summiert sich das auf rund 30 kWh. Mal 100 Arbeitsplätze: 3.000 kWh jährlich. Über eine Tonne CO₂ – für Geräte, die niemand nutzt.

Standby ist die unsichtbarste Energieverschwendung im Büroalltag. Keine Fehlkonfiguration, keine bewusste Entscheidung – es passiert einfach, weil niemand daran denkt, den letzten Schritt zu machen.

Vampirstrom: was wirklich läuft

Der Begriff „Vampirstrom" beschreibt genau das: Strom, der gezogen wird, ohne dass ein Gerät aktiv genutzt wird. Typische Werte:

  • Monitor im Standby: 0,5–3 Watt
  • PC im Ruhemodus: 1–10 Watt
  • Drucker im Standby: 3–8 Watt
  • Dockingstation: 2–5 Watt
  • Lautsprecher mit Netzteil: 1–4 Watt

Zusammen an einem Arbeitsplatz schnell 10–20 Watt – doppelt so viel wie das Rechenbeispiel oben.

Tipp

Die einfachste Lösung: abschaltbare Steckdosenleiste

PC, Monitor, Drucker und Dockingstation an eine Leiste mit Schalter hängen. Ein Klick beim Verlassen des Arbeitsplatzes – alles wirklich aus, kein Standby, kein Vampirstrom.

Für noch weniger Aufwand: smarte Steckdosenleisten mit Zeitsteuerung oder App-Steuerung schalten automatisch ab, zum Beispiel täglich um 19 Uhr und am Wochenende ganztägig.

Homeoffice: du bezahlst den Strom selbst

Im Büro zahlt der Arbeitgeber die Stromrechnung – der persönliche Anreiz zum Ausschalten ist begrenzt. Im Homeoffice ist das anders. Wer nachts vergisst, Monitor und Dockingstation auszuschalten, zahlt das direkt selbst. Bei 20 Watt Standby-Last über acht Nacht- und 48 Wochenendstunden pro Woche sind das rund 60 kWh im Jahr – zu aktuellen Preisen etwa 18 Euro, die buchstäblich für nichts ausgegeben werden.

Info
Den eigenen Standby-Verbrauch lässt sich mit einem einfachen Strommessgerät (ab ca. 15 Euro, z.B. „Brennenstuhl PM 231 E") messen. Einfach in die Steckdose stecken, Geräte anschließen, über Nacht messen – das Ergebnis überrascht oft.

Der Sicherheits- und Fokus-Bonus

Ein ausgeschalteter Rechner kann nicht angegriffen werden. Kein automatisches Update, das über Nacht läuft und Schwachstellen einspielt. Kein unerwarteter Neustart, kein Hintergrundprozess.

Und ein nicht mehr sichtbarer Arbeitsplatz hilft, nach Feierabend wirklich abzuschalten – nicht nur die Geräte. Das ist besonders im Homeoffice relevant, wo der Übergang zwischen Arbeit und Freizeit ohnehin fließend ist.

Kleine Gewohnheit, große Wirkung – einmal eingerichtet, läuft sie automatisch.

Dieser Tipp ist Teil meiner Serie Digitalfasten ohne Verzicht – 40 Impulse zur Fastenzeit 2026: Zum LinkedIn-Post