Videokonferenzen optimieren (Impuls 06/24)

Impuls

Online-Konferenzen, Webinare, Coachings gehören nicht erst seit Corona zum täglichen Arbeitsalltag von Millionen Menschen. Natürlich ist das nachhaltiger als ein persönliches Treffen, aber auch hier lassen sich viele überflüssige Emissionen durch die richtigen Einstellungen und nachhaltige Video-Tools vermeiden. Genauso wie so manches überflüssige Meeting, wie der CO₂-Doc meint.

Online-Konferenzen, Webinare, Coachings gehören nicht erst seit Corona zum täglichen Arbeitsalltag von Millionen Menschen. Natürlich ist das nachhaltiger als ein persönliches Treffen, aber auch hier lassen sich viele überflüssige Emissionen durch die richtigen Einstellungen und nachhaltige Video-Tools vermeiden. Genauso wie so manches überflüssige Meeting, wie der CO₂-Doc meint.

Besser als die Dienstreise, aber nicht automatisch gut

Seit Corona sitzen viele von uns einen halben oder ganzen Arbeitstag in Videokonferenzen. Im Vergleich zu einer Dienstreise ist das fast immer die nachhaltigere Wahl. Das heißt aber nicht, dass jede Konferenz so ablaufen muss, wie sie heute abläuft. Ich sehe drei Stellschrauben: die Einstellungen, die Zahl der Meetings und die Software.

Kamera aus, wenn sie nichts beiträgt

Wenn eine Person vorträgt, müssen nicht alle anderen ihr Video übertragen. Wer die Kamera ausschaltet, kann bis zu 90 Prozent des Datenvolumens einsparen. Das muss keine Grundsatzfrage sein. Ihr könnt auch vereinbaren, dass nur die Sprechenden ihre Kamera einschalten.

Zwei kleinere Hebel kommen dazu. Ein virtueller Hintergrund kostet zusätzliche Rechenleistung auf Deinem Gerät. Und eine geringere Kameraauflösung reicht in den meisten Runden völlig aus.

Braucht es dieses Meeting überhaupt?

Der wirksamste Hebel ist unbequemer. Ich habe von einem Unternehmen gehört, in dem jedes Meeting eine überzeugende Agenda braucht und die Teilnahme grundsätzlich freiwillig ist, auch wenn die Chefin einlädt. Manche Führungskraft saß danach allein vor ihrer Kamera.

Das ist radikal, aber der Gedanke dahinter stimmt. Viele Termine sind Rituale: der wöchentliche Jour fixe, bei dem man lieber zusammensitzt, als etwas Sinnvolles zu arbeiten. Eine Konferenz, die gar nicht stattfindet, braucht weder Strom noch Bandbreite, und sie spart allen Beteiligten Zeit.

Tipp
Geh Deine wiederkehrenden Termine durch und streiche einen, der seit Wochen keine Entscheidung mehr hervorgebracht hat. Bei einem zweiten kannst Du vorschlagen, ihn auf die Hälfte der Zeit zu kürzen.

Die Software bewusst wählen

Die meisten Konferenzen laufen über große US-Plattformen. Zoom zum Beispiel ist nach meinen Tests nicht grün gehostet. Dabei gibt es Alternativen wie Senfcall oder BigBlueButton und viele weitere Anbieter. Nicht alle sind kostenlos, aber im Unternehmen ist das eine bewusste Entscheidung wert.

Im Idealfall wählst Du einen Anbieter, der grün hostet und DSGVO-konform arbeitet. Dazu gehört auch die Frage, ob die Gespräche für das Training von KI-Modellen genutzt werden. Bei Zoom war genau das schon einmal ein Streitpunkt.

Info
Ob ein Konferenzdienst grün gehostet ist, kannst Du selbst im Green Web Check der Green Web Foundation prüfen. Beachte dabei: Ein fehlender Nachweis heißt nicht automatisch, dass kein Ökostrom genutzt wird. Der Stand kann sich seit der Erstausstrahlung geändert haben.

Das nachhaltigste Meeting ist das, das Du mit einer kurzen Mail ersetzen konntest.