Nachhaltigere Hardware (Impuls 14/24)

Impuls

Die Herstellung von Hardware hat einen wesentlichen Anteil am stark wachsenden CO₂-Fußabdruck des Internets, bei Smartphones zum Beispiel bis zu 80 Prozent. Daher sind längere Nutzungszeiten genauso sinnvoll, wie energieeffizientere oder auch gebrauchte Geräte. Hör dir die Impulse des CO₂-Doc zu diesem Thema an und agiere zukünftig nachhaltiger.

Die Herstellung von Hardware hat einen wesentlichen Anteil am stark wachsenden CO₂-Fußabdruck des Internets, bei Smartphones zum Beispiel bis zu 80 Prozent. Daher sind längere Nutzungszeiten genauso sinnvoll, wie energieeffizientere oder auch gebrauchte Geräte. Hör dir die Impulse des CO₂-Doc zu diesem Thema an und agiere zukünftig nachhaltiger.

Shownotes:

Der Fußabdruck entsteht vor dem ersten Einschalten

Bei einem Smartphone stecken rund 80 Prozent der CO₂-Emissionen in der Herstellung und nur etwa 20 Prozent in der Nutzung. Bei größeren Geräten verschiebt sich das Verhältnis, dort fällt mehr im Betrieb an. Für fast alles, was wir täglich in der Hand halten, gilt aber: Der größte Hebel ist nicht, wie sparsam wir ein Gerät nutzen, sondern wie lange.

Wie viele ausgemusterte Smartphones liegen bei Dir in der Schublade?

Länger nutzen, weitergeben

Das eigentliche Problem ist oft nicht die Hardware, sondern die Software. Geräte am Internet müssen irgendwann ersetzt werden, weil keine Sicherheitsupdates mehr kommen. Das beste Beispiel ist das Ende von Windows 10: Zum Zeitpunkt der Folge war absehbar, dass weit über 200 Millionen PCs dadurch ihre Updates verlieren würden, obwohl sie technisch einwandfrei laufen.

Mein erster Tipp lautet deshalb: Überlege genau, ob es wirklich ein neues Gerät sein muss. Reicht der PC nicht doch noch? Und wenn nicht, kann vielleicht jemand anderes ihn weiter nutzen? Wer nicht den schnellsten Grafikprozessor braucht, kommt mit einem älteren Gerät oft bestens zurecht, solange es noch Updates gibt.

Auf das Label achten

Der zweite Tipp ist inzwischen deutlich einfacher geworden.

Info
Aktualisierung: Was in der Folge noch als Plan der EU erwähnt wird, ist inzwischen Pflicht. Seit dem 20. Juni 2025 müssen Smartphones und Tablets in der EU mit einem Energielabel verkauft werden. Es zeigt neben der Energieeffizienzklasse auch die Akkulaufzeit, die Haltbarkeit und die Reparierbarkeit. Angaben zu Rohstoffherkunft oder Arbeitsbedingungen enthält es allerdings nicht, die musst Du weiterhin selbst recherchieren.

Daneben gibt es Siegel wie TCO Certified oder Energy Star. Schau Dir bei jedem Siegel die Vergabekriterien an, bevor Du ihm vertraust. Dass eine strenge Skala etwas bewirkt, habe ich bei meinem letzten Monitor gesehen: Er hat Klasse A, unter anderem weil ein Sensor ihn abschaltet, sobald niemand davor sitzt.

Gebraucht statt neu

Der dritte Tipp: Muss es neu sein? Bei Smartphones solltest Du darauf achten, wie lange es für ein gebrauchtes Gerät noch Updates gibt, und manches Modell lässt sich auch reparieren. Besonders sinnvoll finde ich gebrauchte Hardware bei Servern. Mein Hoster betreibt eine Börse für Server, die Kunden zurückgegeben haben. Sie werden neu aufgesetzt und können weiterlaufen, statt geschreddert zu werden. Für eine normale Website reicht so ein Server fast immer.

Tipp
Bevor Du das nächste Gerät kaufst, prüfe zwei Dinge: Bis wann bekommt Dein jetziges Gerät noch Updates? Und gibt es das neue Modell auch generalüberholt?

Das nachhaltigste Gerät ist das, das Du schon besitzt.