Video-Streaming optimieren (Impuls 15/24)

Videos waren vor KI-Anwendungen der Haupttreiber für den Wunsch nach immer schnelleren Internet-Verbindungen und einer wachsenden Nachfrage nach billigem Speicherplatz. Du kannst mit einer Reduktion der Auflösung, der Wahl stromsparender Endgeräte und hier insbesondere Fernseher eine Menge einsparen. Ein weiterer Tipp des CO₂-Doc: Streamen in Gesellschaft mit anderen macht mehr Spaß und reduziert den digitalen Fußabdruck massiv.
Shownotes:
Der Fernseher ist der heimliche Stromfresser
Lange galt die Faustregel, dass rund 80 Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet auf Videos entfallen. Durch KI dürfte sich dieser Anteil inzwischen verschoben haben. Weil aber insgesamt immer mehr gestreamt wird, bleibt Video einer der großen Treiber für den Stromverbrauch des Internets.
Man könnte jetzt über die Plattformen reden, über ihr Hosting und ihre Technik. In dieser Folge schaue ich bewusst auf Deine Seite, auf das Endgerät. Denn dort hast Du den Hebel selbst in der Hand.
Ich merke mir dafür eine grobe Faustregel für die jährlichen Stromkosten: Smartphone laden etwa 3 Euro, Router etwa 30 Euro, ein großer Fernseher mit den neuesten Einstellungen im ungünstigsten Fall 300 Euro. Wer sich über eine plötzlich höhere Stromrechnung wundert, sollte also zuerst auf den Fernseher schauen.
Weniger Auflösung, weniger HDR
Auf dem Smartphone ist Videoschauen aus Sicht des Endgeräts vergleichsweise sparsam, dort liegt das Problem eher bei der Plattform. Bei großen Fernsehern wird es relevant. Die Plattformen stellen normalerweise die höchstmögliche Qualität ein. Du kannst sie aber manuell reduzieren, bei YouTube zum Beispiel von UHD auf HD.
Noch mehr bringt ein Blick auf HDR. Der verstärkte Kontrast zwischen hell und dunkel sieht beeindruckend aus, kann den Stromverbrauch eines Fernsehers aber im Extremfall verdoppeln.
Nicht immer größer
Der zweite Tipp klingt banal: Kauf nicht bei jedem Wechsel ein größeres Gerät. Ein neuer Fernseher darf andere Vorzüge haben, er muss nicht automatisch mehr Zoll haben. Schau Dir vor dem Kauf den ausgewiesenen Stromverbrauch an, und zwar auch den Wert im HDR-Betrieb. Wer das große HDR-Gerät will, sollte mit deutlich höheren Stromkosten rechnen, und Strom bedeutet immer auch CO₂.
Gemeinsam schauen
Der dritte Tipp ist mein liebster: Schaut gemeinsam. Ein Serienabend zu viert verbraucht kaum mehr als einer allein, die Emissionen pro Person sinken also massiv. Vorausgesetzt natürlich, niemand reist mit dem Privatjet an.
Der sparsamste Stream ist der, den Ihr Euch teilt.