Bewusster online einkaufen (Impuls 17/24)

Beim Online-Shopping können wir die Webseiten der Anbieter auf Nachhaltigkeit prüfen und gegebenenfalls boykottieren, um nachhaltigere Anbieter zu suchen. Bestellungen sollten wir bündeln und Rücksendungen weitgehend vermeiden. Diese und noch mehr Tipps gibt es in dieser Episode vom CO₂-Doc.
Shownotes:
Der Preis ist nicht das einzige Kriterium
Die nachhaltigste Bestellung ist oft die, die gar nicht online stattfindet. Wenn das Buch im Laden um die Ecke schon im Regal steht, brauchst Du kein Paket. Gibt es diese Alternative aber nicht, liegt auch beim Onlineshopping einiges in Deiner Hand. Denn wenn wir Shops vergleichen, schauen wir fast immer nur auf eines: den Preis.
Den Shop prüfen, bevor Du bestellst
Bevor Du zum ersten Mal bei einem Shop bestellst, kannst Du in wenigen Minuten einiges herausfinden. Mit den Tools, die ich schon öfter vorgestellt habe, siehst Du, wie viel Datenvolumen die Seite erzeugt und ob sie grün gehostet ist. Manchmal sieht man es einer Seite auch schon an. Und wenn der Shop Dir nach der ersten Bestellung Mails mit fünf Megabyte schickt, ist das ebenfalls ein Hinweis.
Manche Shops verlinken außerdem Informationen dazu, wie sie in Logistik und Versand arbeiten, einige veröffentlichen sogar einen Nachhaltigkeitsbericht. Dasselbe gilt für die Produkte: Gibt es eine Energieeffizienzklasse, ein seriöses Siegel, Angaben zu Herkunft und Herstellung? Immer mehr Shops stellen solche Informationen bereit.
Bündeln statt nachbestellen
Der zweite Impuls betrifft die Bestellung selbst. Heute eine Hose, morgen das passende Hemd: Das sind zwei Pakete, wo eines gereicht hätte. Überleg vorher, was Du brauchst, und bestelle es zusammen.
Genauso kritisch sehe ich Auswahlbestellungen. Ein Kleidungsstück in vier Größen zu bestellen und drei zurückzuschicken, erzeugt jedes Mal Emissionen für Hin- und Rückweg. Manchmal müssen es zwei Größen sein, aber das sollte die Ausnahme bleiben. Dass die meisten Shops für Rücksendungen kein Geld verlangen, ist Teil des Problems. Sonst würden wir uns gar nicht erst so viel zur Auswahl schicken lassen.
Mit dem Einkaufskorb abstimmen
Der dritte Impuls: Nimm die Nachhaltigkeit des Shops als Kriterium neben dem Preis. Wenn zwei Shops dasselbe Produkt zu einem ähnlichen Preis anbieten und nur einer grün hostet, ist die Entscheidung einfach. Und dann lohnt es sich, dem anderen Shop zu sagen, warum Du nicht mehr bei ihm bestellst, per Mail oder auch öffentlich in den sozialen Medien.
Als Kundschaft haben wir mehr Macht, als wir denken. Ein Shop, der merkt, dass ihm Kunden wegen fehlender Nachhaltigkeit abspringen, denkt eher um als einer, der nur höfliche Stille erlebt.
Jede Bestellung ist auch eine Stimme, und Du entscheidest, wem Du sie gibst.