Nachhaltigere Software (Impuls 22/24)

Jedes Software-Produkt, ob lokal auf einem PC, einem Laptop oder einem Smartphone installiert oder als Cloud-Anwendung, hat einen CO₂-Fußabdruck. Durch gezielte Wahl von nachhaltigen Produkten lässt sich etwas für die Umwelt tun. Daher empfiehlt der CO₂-Doc, sich auch mit diesem Thema zu beschäftigen und sein Mindset zu schärfen.
Schnelle Prozessoren verzeihen viel
Ich habe früher in Forth programmiert, später kamen andere Sprachen dazu. Eines habe ich dabei gelernt: Programmiersprachen sind unterschiedlich effizient, und Menschen, die Software schreiben, sind es auch. Man kann Speicher verschwenden oder unnötige Schleifen durchlaufen lassen. Gestört hat das lange niemanden, weil die Prozessoren immer schneller wurden. Verschwendung bleibt es trotzdem, und am Ende steht mehr Stromverbrauch.
Auch eine Website ist übrigens Software. Und als Nutzer hast Du mehr Einfluss auf nachhaltigere Software, als Du vielleicht denkst.
Tools bewusst auswählen
Wir arbeiten heute vor allem mit Online-Tools und Apps. Bei jedem neuen Tool schaue ich deshalb, ob es grün gehostet ist. Mein Rechnungsprogramm, mein Online-Kalender und das Hosting für diesen Podcast erfüllen das. Für mich ist das ein festes Auswahlkriterium, genauso wie die DSGVO.
Weitere Fragen helfen bei der Auswahl: Wie viel Datenvolumen überträgt das Tool? Lassen sich Benachrichtigungen reduzieren? Gibt es einen Dark Mode? Und ganz wichtig im Unternehmen: Nutzt Ihr vielleicht mehrere Tools für dieselbe Aufgabe? Wer sich auf eines einigt, spart Lizenzen, Daten und Strom.
Cloud oder lokal?
Früher war Software fast immer lokal installiert, heute liegt fast alles in der Cloud. Für Anbieter ist das bequem, weil sie Abos verkaufen können. Für Dich heißt es: Wenn Du wechselst, sind im Zweifel Deine Daten weg. Dafür musst Du Dich nicht selbst um Sicherungen kümmern.
Wenn Du Dich für die Cloud entscheidest, achte auf zwei Dinge: grünes Hosting und den Standort des Servers. Idealerweise steht er in Deutschland, möglichst in Deiner Nähe. Das ist auch beim Datenschutz ein Vorteil.
Wie lange hält die Software?
Der dritte Impuls betrifft die Lebensdauer. Läuft die Software auch auf älteren Systemen, oder zwingt sie Dich zu einem neuen Betriebssystem und damit vielleicht zu neuer Hardware? Wie lange gibt es Updates? Und wie groß sind sie? Manche App lädt für ein kleines Update Dutzende Megabyte herunter. Ein Anbieter, der seine Updates schlank hält, verdient einen Pluspunkt.
Wenn Ihr Entwickler im Unternehmen habt, sprecht sie auf den Stromverbrauch ihres Codes an. Oft hat sie schlicht noch niemand danach gefragt.
Die effizienteste Zeile Code ist die, die nie ausgeführt werden muss.